DerEinzige

gedanken zur illusorischen realität des einzigen und seines eigenthums ...
... Ausgabe 198 ... 12. Jhrg.

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rubrik: erkenntnis und klares licht kagyü mahasiddhas

DerEinzige & traumfahne.de

zeitschrift zum selbstausdrucken im eigenverlag vom 7. 8. 2011 | gesamtausgaben: 198

Naropa: Mahamudra in Kürze

7. August 2011 | ausgabe drucken     | email mail facebook f***book twit tw | leserbrief schreiben    

Ich verbeuge mich vor der Großen Glückseligkeit
und werde Mahamudra erläutern.

Alle Erscheinungen sind dein eigener Geist;
die Wahrnehmung äußerer Objekte ist eine Gestaltung des Geistes;
wie ein Traum sind sie leer von einer wahren Natur.

Auch der Geist ist nur ein Fluß von Wahrnehmungen und Gedanken,
er ist ohne eine wahre Natur, [wie] die Kraft des Windes,
er ist leer von einem Selbst, wie der Himmelsraum.
Alle Erscheinungen sind so, gleichen dem Himmelsraum.

Das, was Mahamudra genannt wird,
sein Wesen kann nicht gelehrt werden.
Daher ist die unwandelbare Natur des Geistes
die Natur von Mahamudra.

Wenn jemand diese Wirklichkeit erkennt,
dann sind alle Erscheinungen Mahamudra,
der große, alldurchdringende Dharmakaya.

Ruhe natürlich in unausgedachter Gelassenheit.
Der Dharmakaya ist jenseits aller Vorstellungen.
Meditiere, indem du ruhst ohne zu suchen.
Ein Suchen in der Meditation ist ein verwirrter Geist.

Da gibt es weder Meditation noch Nicht-Meditation,
einfach nur magische Erscheinungen im Himmelsraum,
wie könnte es also Freiheit oder Nicht-Freiheit geben?

Der Yogi, der das erkennt
wird durch dieses Verstehen
vom Karma aller heilsamen und unheilsamen Handlungen befreit.

Die Verunreinigungen sind (die Basis) große(r) Weisheiten,
sie sind, gleich dem Feuer im Wald, die Begleiter des Yogi.

Wo kann es dort ein Gehen und Verweilen geben?
Was kann es für eine Meditation in der Zurückgezogenheit geben?
Wer dies nicht verwirklicht,
erfährt noch nicht einmal oberflächliche Befreiung.

Was kann jemanden binden, der dies verwirklicht hat?
Das unzerstreute Verweilen in jenem Zustand,
ohne Veränderung von Körper oder Geist und ohne Meditation,
‘Weder ruhend noch nicht-ruhend in Gleichmut’.

Nichts hat eine Wirklichkeit in Diesem.
Erscheinungen befreien sich aus sich selbst heraus (ganz natürlich),
sie sind der Dharmadhatu,
Verwirklichung befreit sich aus sich selbst heraus (ganz natürlich),
sie ist die große Weisheit,
diese immergleiche Nicht-Dualität ist der Dharmakaya.

So wie das unablässige Fließen eines großen Stromes,
der zugleich doch verweilt, so enthält er die Bedeutung,
er ist immer die Buddhaschaft,
ohne Objekte des Saṃsara; er ist die große Glückseligkeit.

Alle Phänomene sind leer von einem eigenen Selbst;
der Verstand, der Leerheit versteht, wird spontan geläutert;
im konzeptfreien Geist gibt es nichts zu tun.
Dies ist der Pfad aller Buddhas.

Für jene karmisch besonders Begünstigten
habe ich diese essentielle Lehre zusammengefaßt.
Mögen dadurch alle Wesen ohne Ausnahme
in Mahamudra verweilen.

Dies wurde vom großen Pandit Naropa in Pullahari gesprochen,
in der Gegenwart von Marpa Chökyi Lodrö und auf dessen Bitte hin.

Śudham astu sarva-jagataṃ
Mögen alle Wesen geläutert werden!

© Tibetan-English Translation by Peter Alan Roberts.
© Deutsch-Übertragung von M.B. Schiekel, 2011.

http://www.mb-schiekel.de/naropa-mahamudra.htm

autor: jeff brett, verfasst am 7. 8. 2011
permalink: http://dereinzige.de/2011/08/07/naropa-mahamudra-in-kuerze/
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