DerEinzige

gedanken zur illusorischen realität des einzigen und seines eigenthums ...
... Ausgabe 198 ... 12. Jhrg.

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rubrik: licht

DerEinzige & traumfahne.de

zeitschrift zum selbstausdrucken im eigenverlag vom 6. 12. 2009 | gesamtausgaben: 198

heraklit – eine auswahl aus seinen hinterlassenen fragmenten

6. Dezember 2009 | ausgabe drucken     | email mail facebook f***book twit tw | leserbrief schreiben    

Herákleitos ho Ephésios, * zwischen 540 und 535 vuz; † zwischen 483 und 475 vuz.

- Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen und nicht zweimal eine ihrer Beschaffenheit nach identische vergängliche Substanz berühren, sondern durch das Ungestüm und die Schnelligkeit ihrer Umwandlung zerstreut und sammelt sie wiederum und naht sich und entfernt sich.

- Bestände das Glück in körperlichen Lustgefühlen, so müsste man die Ochsen glücklich nennen, wenn sie Erbsen zu fressen finden.

- Esel würden Häckerling dem Golde vorziehen.

- Wie kann einer verborgen bleiben vor dem, was nimmer untergeht!

- Wann sie geboren sind, schicken sie sich an zu leben und dadurch den Tod zu erleiden, oder vielmehr auszuruhen, und sie hinterlassen Kinder, dass auch sie den Tod erleiden.

- Diese Weltordnung, dieselbige für alle Wesen, hat kein Gott und kein Mensch geschaffen, sondern sie war immerdar und ist und wird sein ewig lebendiges Feuer, nach Massen erglimmend und nach Massen erlöschend.

- In dieselben Fluten steigen wir und steigen wir nicht: wir sind es und sind es nicht.

- Sie verstehen nicht, wie es auseinanderstrebend ineinander geht: gegenstrebige Vereinigung wie beim Bogen und der Leier.

- Der Weg auf und ab ist ein und derselbe.

- Wie die Spinne, die in der Mitte ihres Netzes sitzt, merkt, sobald eine Fliege irgend einen Faden ihres Netzes zerstört, und darum schnell dahin eilt, als ob sie um die Herstellung des Fadens sich härmte, so wandert des Menschen Seele bei der Verletzung irgend eines Körperteils rasch dahin, als ob sie über die Verletzung des Körpers, mit dem sie fest und nach einem bestimmten Verhältnis verbunden ist, ungehalten sei.

- Und es ist immer ein und dasselbe was in uns wohnt: Lebendes und Totes und das Wache und das Schlafende und Jung und Alt. Wenn es umschlägt, ist dieses jenes und jenes wiederum, wenn es umschlägt, dieses.

- Denn Leichname sollte man eher wegwerfen als Mist.

- Denn Hunde bellen die an, die sie nicht kennen.

- Ich habe mich selbst gesucht.

- Denn beim Kreisumfang ist Anfang und Ende gemeinsam.

- Ein Tag ist wie der andere.

- Keiner von allen, deren Worte ich vernommen, gelangt dazu zu erkennen, dass die Weisheit etwas von allem abgesondertes ist.

- Seinen Unverstand zu verbergen ist besser als ihn zur Schau zu stellen. Nur ist’s schwer in der Ausgelassenheit und beim Wein.

- Für die Menschen wäre es nicht besser, wenn ihnen alle ihre Wünsche erfüllt würden.

- Krankheit macht die Gesundheit angenehm, Übel das Gute, Hunger den Überfluss, Mühe die Ruhe.

- Das Denken ist der grösste Vorzug, und die Weisheit besteht darin, die Wahrheit zu sagen und nach der Natur zu handeln, auf sie hinhörend.

- Gemeinsam ist allen das Denken.

- Allen Menschen ist es gegeben sich selbst zu erkennen und klug zu sein.

- Die Natur liebt es sich zu verstecken.

- Die schönste Weltordnung ist wie ein aufs geratewohl hingeschütteter Kehrichthaufen.

- Das Kalte wird warm, Warmes kalt, Nasses trocken, Dürres feucht.

autor: jeff brett, verfasst am 6. 12. 2009
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