DerEinzige & traumfahne.de
zeitschrift zum selbstausdrucken im eigenverlag vom 30. 4. 2007 | gesamtausgaben: 269
der edle achtfache pfad – die acht schönen ziele eines guten lebens
30. April 2007 | ausgabe drucken | 3 leserbriefe | leserbrief schreibeneinsicht
erstmal musst du versuchen zu verstehen: egal wie fest du dich an gefühle oder dinge klammerst, es gibt im leben kein dauerhaftes glück. krankheit, alter und tod warten schon hinter der nächsten ecke. hass, zorn und gier vergällen dir das leben. geburt und tod sind eine unendlich sich windende spirale des leidens. desshalb solltest du versuchen eine freude jenseits des alltags und dieser spirale anzustreben. *metaglück* sozusagen. dazu kann dir helfen dein leben *recht* zu führen.
denken
achte auf deine gedanken. versuche mitfühlend zu denken, versetze dich in die lage anderer wesen und wünsche ihnen alles gute. versuche zu verstehen, warum du zornig wirst, warum dir dinge so wichtig sind. ist ein kratzer in deinem auto wirklich einen zornesausbruch wert? bist du sicher, dass dich dein aktienpaket zufrieden macht?
äusserungen
versuche dich beim reden und schreiben zu mässigen. lügen, intrigieren, mobben, schimpfen und klatsch halten dich davon ab selber zufriedener zu werden. sei freundlich gegenüber allen die dir zuhören oder dein blog lesen. böse mails und gehässige sms … tus lieber nicht. stundenlanges klatschen am telefon und sich gar dabei das maul über andere zu verreissen … oh weh.
handeln
versuche nicht zu töten. versuche nicht zu stehlen. versuche niemanden zu betrügen oder übers ohr zu hauen. bitte hab keinen sex, der nicht auf freier willensentscheidung aller beteiligten basiert. halte deinen kopf klar: versuche berauschendes und betäubendes zu vermeiden oder zumindestens einzuschränken … dazu gehören nicht nur alkohol oder drogen, sondern auch eine bestimmte, auf einlullung gerichtete art des fernsehkonsums, zocken um sich vom alltag abzuschotten und noch etliche andere *freizeitaktivitäten*. du brauchst eine klare birne fürs metaglück!
lebenserwerb
versuche deinen lebensunterhalt nicht auf kosten und zum schaden anderer wesen zu bestreiten.
# ein punkt der in unserer westlich kapitalistischen wirtschaftordnung doch einigermassen schwer fallen dürfte … versuch es zumindest und sei dir bewusst, was du tust.
streben
strebe danach gier, zorn, hass und ablehnug in grosszügigkeit, liebe, mitgefühl und toleranz zu wandeln.
achtsamkeit
werde dir deines körpers und seiner äusserungen bewusst. versuche auf alle sinneseindrücke zu achten und sie wahr zu nehmen. beobachte dein inneres gleichgewicht, dann kannst du frühzeitig einer schlagseite entgegensteuern. versuche immer ganz bei der sache zu sein, mit der du im moment befasst bist.
sammlung
versuche deinen unruhigen und abschweifenden geist zu besänftigen und in seine mitte zu lenken. betrachte den ständigen fluss deiner gefühle als das was es ist: belanglos.
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# edit am nächsten morgen
ausgangspunkt für den beitrag war folgende liste, die schon lange auf meinem desktop herumlag:
- rechte ansicht
- rechter entschluss
- rechte rede
- rechtes verhalten
- rechte lebensführung
- rechte anstrengung
- rechte achtsamkeit
- rechte sammlung
wenn ich die so betrachtet habe, dachte ich, ok soweit.
aber uff, ausformuliert merke ich erst wie weit ich wirklich noch von den zielen entfernt bin … ein langer weg auf diesem achtspurigen pfad liegt noch vor mir
autor: jeff brett, verfasst am 30. 4. 2007
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ja ist ja vielleicht alles richtig aber du kannst denn untertohn nen bischen runterlassen und dich mehr auf fackten beschäftigen aber ich habe es trotzdem verstanden thanks
by
Daniel
hi daniel
danke für deinen kommentar und die freundlichen worte …
ich hätte allerdings ne grosse bitte: könntest du genauer erklären was du mit dem unterton meinst … wäre mir sicher eine hilfe!
gruss jeff
hallo jeff
ich interessiere mich seit einiger zeit für den buddhismus und lese deshalb auch viel um mich zu informieren. über den edlen achtfachen pfad gibt es zahlreiche beiträge, die alle mehr oder weniger genau, verständlich und streng formuliert sind. als erstes ein grosses kompliment: es ist die weit einfachste auslegung, die ich bisher im internet gefunden habe. aber kann es sein, dass du, durch die vereinfachung, einige aspekte vernachlässigt hast bzw. nicht genau ausformuliert worden sind? oder sind es einfach die gedanken die du dir dazu gemacht hast?
aus daniels kommentar entnehme ich, dass er sich noch nicht so informiert hat, denn Fakten gibt es doch gar nicht wirklich. die einzige verlässliche quelle ist das pali-kanon, doch wie man die vier edlen wahrheiten sowie der edle achtfache pfad für sich auslegt, ist die sache eines jeden für sich selbst. so warnte siddhartha gautama selbst davor, die lehre die er predigte dogmatisch zu befolgen. viel mehr muss sie jeder für sich prüfen. für mich ist der pfad eine richtungsangabe für das legen der eisenbahnschienen, nicht aber die schienen selbst.
vielen dank noch mal,
Silvan D.