DerEinzige & traumfahne.de
zeitschrift zum selbstausdrucken im eigenverlag vom 11. 3. 2007 | gesamtausgaben: 194
die heilige insel delos und die traumfahne des 16. karmapa
11. März 2007 | ausgabe drucken | Kommentare deaktiviertleserbrief schreiben

die übereinstimmung der symbolik kann nur zufall sein!
was auch könnten ein taum des karmaps, der sagte, geht nach westen, und der heiligste ort in der wiege der westlichen zivilisation gemein haben? die sprache etwa und die durch sie transportierte mystik? altgriechisch und sanskrit, so hab ich während meines studiums gelernt, sind verhältnismässig eng miteinander verwandt …
inzwischen sollte es sich ja herumgesprochen haben, dass in der altgiechischen spiritualität weit mehr steckt als uns der evangelische pfarrer gustav schwab, im gomaringer schloss wohnend,

welches zu seiner zeit als pfarrhaus diente, weismachen wollte. sein buch

*sagen des klassischen altertums* ist eine sammlung von abenteuergeschichten, jeglicher religion, mystik und magie entkleidet. wie nicht anders zu erwarten von einem literarischen romantiker [seine kumpels waren mörike und hauff], der als pfarrer streng fundamentalistisch evangelisch agierte und von sich behauptete in gomaringen die letzten reste germanischer mythologischer tradition ausgemärzt zu haben.
zurück zum thema:

delos war zu lebzeiten buddhas der heiligste ort im alten griechenland. dort durfte niemand geboren werden und niemand sterben. sterbende und schwangere wurden per schiff auf die nachbarinsel gebracht …

an dieser stelle möchte ich grisel gonzalez danken, die mir die erlaubnis gab, ihre wunderbaren delosbilder zu verwenden. das copyright bleibt bei www.grisel.net. mehr bilder von delos gibt es hier …
auch dort und damals dachten die menschen über ein leidloses vereinheitlichtes sein nach. vielerlei symbolik wurde verwendet … aber als ich beim zappen in eine doku über delos stolperte war ich wie elektisiert über die vielen zufälligkeiten:



genau da ist einer der startpunkte unserer westlichen art, die welt zu sehen.
gleichzeitig entstand an anderen orten in der griechischen oeconomaia der rationalismus, die *entmystifizierung*, die verbannung *magischen* denkens (ich mein hier nicht hokus pokus, sondern die verwobenheit allen seins!).
in diesem nur scheinbaren wiederspruch zwischen delos und sokrates wurzeln unter anderem das sendungsbewusstsein in der us-amerikanichen politik und die *rationalistische* [1+1=2, tu dies und jenes und du kommst in den himmel/die hölle
] religion der christlichen kirchen …
da erträumte der sechzehnte karmapa,

rangjung rigpe dorje, 2500 jahre später ein symbol, eine fahne … der karmapa der seine lamas in den westen schickte um auch dort die menschen zu rühren … eine fahne, deren symbolik tief in der westlichen kultur ankert und deshalb wohl auch etwas eingänglicher für uns westler ist, als die symbolik, die der östlichste zweig der indoeuropäer (wozu ich auch, zwar nicht sprachlich, aber kulturell die tibeter rechne) im laufe seiner geschichte entwickelte.
alles nur zufall, natürlich, aber cool
autor: jeff brett, verfasst am 11. 3. 2007
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